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Digitalisierung Schule – was digitale Hilfsmittel den Schulen bringen

Digitalisierung Schule
© zinkevych / stock.adobe.com

Deutschlands Schülerinnen und Schüler schneiden seit einigen Jahren in den PISA-Studien miserabel ab. Zahlreiche andere Länder sind Deutschland bezüglich des Bildungssystems offensichtlich weit voraus. Egal, ob es um das Rechnen, Lesen oder Schreiben geht  – der Stand der Digitalisierung ist im deutschen Schulsystem anscheinend stark verbesserungswürdig.

Eine Umfrage der Deutschen Telekom Stiftung zeigte, dass lediglich 73 % der deutschen Lehrkräfte einmal wöchentlich oder öfter im Unterricht digitale Medien einsetzen. Jeder dritten Schule in Deutschland fehlt dafür allerdings ein Medienkonzept. Welche Vor- und Nachteile bieten digitale Hilfsmittel? Welche Gründe gibt es für eine Digitalisierung der Schule in Deutschland?

Vor- und Nachteile für digitales Lernen

Für die Digitalisierung einer Schule ist der Einsatz von digitalen Technologien im Alltag erforderlich. Zu der Schul IT gehört mehr als nur der Umgang mit Computern, Tablets oder anderen digitalen Geräten. Denn das gesamte Schulsystem muss in den jeweiligen Bereichen entsprechend angepasst werden. Dabei ist auch immer der pädagogische Kontext zu berücksichtigen und die Lehrkräfte müssen in der Lage sein, die entsprechenden Kompetenzen zu vermitteln.

Die einzelnen Bundesländer haben Leitsätze entwickelt, die die Felder, in denen die Digitalisierung ausgebaut werden muss, genau beschreiben. Dabei geht allerdings jedes Bundesland auch individuell vor, wodurch sich Unterschiede im aktuellen Stand der Digitalisierung an den deutschen Schulen ergeben. Die Vorteile:

  • Lernende werden für bestandene Aufgaben durch Apps belohnt – dadurch erfolgt eine größere Motivation.
  • Bestimmte Lerninhalte werden durch die Ausschüttung von Neurotransmittern besser gefestigt.
  • Ein früher Umgang mit Technologien führt dazu, dass die Kinder diesen besser und schneller erlernen.
  • Durch das gemeinsame Arbeiten an Projekten mit digitalen Tools wird eine bessere Teamfähigkeit erreicht.
  • Für bestimmte Kinder macht die im Unterricht eingesetzte Technologie den Lernprozess inklusive, vorrangig dann, wenn eine Lernschwäche besteht.
  • Verstehen Schüler, wie eine Technologie effektiv genutzt werden kann, eröffnen sich ihnen auch kreative Möglichkeiten.
  • Digitale Tools helfen dabei, Prüfungsangst abzubauen.
  • Vorlagen oder Whitepapers ermöglichen es den Lehrkräften, die Schulstunden interaktiv zu planen und damit die Klasse zur Zusammenarbeit und zum Mitmachen zu animieren.

Seit einigen Jahren werden in Schweden bereits in der Grundschule die Schüler mit Laptops und Tablets ausgestattet. Allerdings kam 2023 die Wende – am Karolinska-Institut in Stockholm hatten Experten die Digitalstrategie an den Schulen in Schweden untersucht. Das Ergebnis brachte zutage, dass im Unterricht eingesetzte digitale Medien nicht dazu führen, dass die Schüler besser lernen. Vielmehr war das Ergebnis, dass die Leistung der Kinder schlechter wurde, wenn eine Schule ihren Unterricht vermehrt auf Computer und Internet stützt.

Die Gründe für die Digitalisierung von Schulen in Deutschland

Lehrkräfte können die Medienbildung an den Schulen mit einer Digitalisierung zeitgemäßer gestalten. Wenn Kinder früh Kontakt mit digitalen Medien haben, ist es wichtig, dass dieser Umgang pädagogisch begleitet wird. Das bedeutet, dass es sich bei dem Einsatz von digitalen Medien um einen Mix handeln muss, der in verschiedenen Schulfächern verwendet wird.

Bei der Förderung der Medienkompetenz geht es nicht nur darum, den Umgang mit den digitalen Medien zu erlernen, sondern gleichzeitig auch über bestimmte Themen aufzuklären, wie dem Datenschutz oder Cybermobbing. Mithilfe von digitalen Medien lassen sich Unterrichtsinhalte oftmals anschaulicher erklären, als mit einem reinen Text, der aus einem Buch stammt. Dadurch wird der Lernerfolg bei den Schülern erhöht.

Schulen können die Digitalisierung dazu verwenden, um ihre Entwicklung voranzutreiben und können gleichzeitig die internen Prozesse deutlich effizienter gestalten. Mit dem Einsatz von KI Tools können Lehrkräfte auf die Bedürfnisse der einzelnen Kinder und Jugendlichen besser eingehen und bestimmte administrative Aufgaben einfacher und schneller durchführen.

Digitalisierung schreitet an deutschen Schulen nur mäßig voran

In Deutschland schreitet an den Schulen die Digitalisierung nur mäßig voran. Auch wenn es noch so viele Vorteile gibt, ergibt sich für die Leitung der Schulen und für die Schulträger ein anfänglich erheblicher Mehraufwand. Dementsprechend müssen Schulleitungen dafür Sorge tragen, dass die Lehrkräfte ihre persönlichen Kompetenzen entsprechend ausweiten und Fortbildungen besuchen.

Ein weiteres Problem ist auch die Sicherstellung der Auflagen des deutschen Datenschutzes. Hierfür müssen technische Voraussetzungen geschaffen werden und gleichzeitig bringt dies die Erfordernisse von finanziellen und zeitlichen Ressourcen mit sich. Die Beantragung von Fördermitteln stellt die Schulen vor bürokratische Hürden und schreckt daher auch viele Schulen vor einem Investment in eine Digitalisierung ab.

Ein weiteres Problem sind die uneinheitlichen Vorgaben der einzelnen Bundesländer, die die Digitalisierung unterschiedlich definieren. Angesichts dessen gibt es auch enorme Unterschiede zwischen den Bundesländern, was für die Schüler ungleiche Lernchancen bedeutet. Kommen die Schüler aus einkommensschwachen oder sozial schwachen Haushalten, bedeutet dies eine weitere Benachteiligung, da sie nicht von der Digitalisierung im gleichen Umfang profitieren können.

Viele Eltern sorgen sich vor einem höheren Medienkonsum, der sich auf die Leistung negativ auswirken könnte. Schließlich gibt es tatsächlich Studien, die darlegen, dass bei einem zu starken Medienkonsum die Konzentrationsfähigkeit bei Kindern leidet. Das Internet kann Kindern das Denken abnehmen, wenn es um die Erledigung von Hausaufgaben geht. Gleichzeitig gibt es eine mögliche Reizüberflutung.

Aus diesen Gründen ist es notwendig, dass sich Schulleitungen und Lehrkräfte Gedanken darüber machen, wie der Einsatz von digitalen Technologien für das Lernverhalten der Schüler positiv sein kann.

Förderprogramm Digitalpaketschule läuft im Mai 2024 aus

Das Förderprogramm Digitalpakt Schule läuft im Mai 2024 aus. Damit soll an deutschen Schulen die digitale Infrastruktur gestärkt werden. Allerdings gibt es bis heute an vielen Schulen in Deutschland noch nicht einmal ein stabiles WLAN. Während Bayern plant, alle Schüler an den Schulen mit Tablets auszustatten, regt sich auch Widerstand unter den Lehrkräften.

Einige Pädagogen fordern einen Stopp der Digitalisierung. Sie geben an, dass es zunächst einmal didaktische und pädagogische Konzepte geben müsse, bevor an Laptops und Tablets unterrichtet werden kann. Damit soll vermieden werden, dass eine zu frühe Digitalisierung bei Kindern in die falsche Richtung läuft.

Redaktionsleitung

Verfasst von Redaktionsleitung

Kai ist die Leitung der Redaktion und liebt es, sich im Freien aufzuhalten. Zelten, Wandern, draußen sein ist seine Devise.

Egal ob im Ruhrgebiet oder im tiefsten Dänemark: Hauptsache unterwegs und in der Natur ist das Motto. Dabei zieht es ihn so langsam mehr raus aus dem Zelt und rein in den Wohnwagen. Begleitet von seiner Frau Eva und den bereits erwachsenen Kindern testet er dabei gerne neue Produkte.

Kais Schwerpunkte auf beteiligen.jetzt sind Reisen, Natur, Umweltschutz und Nachhaltigkeit.

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