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BDSM: So gelingt der Einstieg stress-, aber vielleicht nicht schmerzfrei

BDSM
© adragan / stock.adobe.com

Wer möglicherweise ein wenig Langeweile beim Sex verspürt oder einfach nur gern etwas Neues ausprobieren möchte, stößt vergleichsweise schnell auf den BDSM Bereich. Hier gibt es immerhin viel zu entdecken.
Damit der Einstieg jedoch gelingt und für alle Beteiligten zu einem positiven Erlebnis wird, ist es wichtig, sich an Regeln zu halten. Hört sich spießig an? Mag sein. Aber ohne besagte Regeln ist es nicht möglich, BDSM bis ins Detail zu genießen. Und genau darum soll es doch eigentlich gehen: Um leidenschaftlichen (und manchmal auch leidvollen) Genuss und um das Spiel mit der Macht und der Unterwerfung. Dieser Artikel zeigt auf, worauf bei den ersten „Gehversuchen“ im Bereich BDSM geachtet werden sollte und warum es wichtig ist, mit dem Partner/ der Partnerin auf einer Wellenlänge zu sein.

Wichtig: Beide müssen dasselbe wollen

Hierbei handelt es sich um eine der wichtigsten Grundregeln beim Sex überhaupt: Alle Beteiligten müssen selbstverständlich mit dem Vorgehen einverstanden sein …, und zwar unabhängig davon, ob es um besonders harten BDSM- oder um Blümchensex geht.

Wenn einer den anderen überreden muss, handelt es sich um ein untrügliches Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. Natürlich kann es jedoch auch sein, dass zunächst beide einverstanden sind, sich im Verlauf des Geschehens jedoch zeigt, dass BDSM vielleicht doch keine gute Idee war? In diesem Fall greift eine wichtige Grundregel …

Codewort vereinbaren

Ein Codewort gilt auch unter alteingesessenen BDSMlern als ein untrügliches Zeichen dafür, dass abgebrochen werden muss – zum Beispiel, weil die Schmerzen doch zu intensiv geworden sind oder weil sich einer der Beteiligten einfach nicht mehr wohl fühlt. Wichtig ist, dass das Codewort von klassischen Hilferufen, wie „Stopp!“ oder „Halt!“ abweicht. Immerhin geht es gerade beim BDSM häufig darum, mit der Macht zu spielen. Dass der Sub (= der untergebene Part) hier an der ein oder anderen Stelle aus rollenspieltechnischen Gründen darum bittet, aufzuhören, ist bei vielen Paaren normal. Es braucht dementsprechend ein Codewort, das absolut deplatziert wirkt, wie zum Beispiel „Apfelbrei“ oder „Erdbeerkuchen“. Klingt witzig? Kann aber im Extremfall einem Trauma und einem gestörten Verhältnis zum Thema BDSM vorbeugen. Wer einmal in der Situation war, dass ein „Halt!“ nicht akzeptiert wurde, weil der/ die andere Person der Meinung war, es gehöre zum Sexspiel, weiß, wie wichtig es ist, hier vorzusorgen.

Langsam starten

BDSM hat unglaublich viele Spielarten. Es wäre definitiv falsch, hierin ausschließlich Peitschen und Handschellen zu sehen. Und genau deswegen ist es auch so interessant, sich mit den verschiedenen Möglichkeiten auseinanderzusetzen. Wer sich als Paar vorgenommen hat, hier (vielleicht seine ersten?) Erfahrungen zu sammeln, ist gut beraten, möglichst langsam zu starten.
Klassische Einsteigertoys sind die bereits erwähnten Handschellen. Über sie lässt sich vergleichsweise schnell feststellen, ob ein Part es beispielsweise als besonders anregend empfindet, dem anderen „ausgeliefert“ zu sein. Nach und nach ist es dann möglich, sich immer wieder ein wenig mehr zu steigern – selbstverständlich nur so weit, dass sich beide (!) dabei wohlfühlen.

BDSM gibt es doch nur in lockeren Beziehungen und bei ONS, oder doch nicht?

Hierbei handelt es sich um eines der klassischsten Vorurteile überhaupt: Viele Menschen, die sich noch nicht eingehender mit der Thematik auseinandergesetzt haben, denken, dass BDSM ausschließlich in einschlägigen Clubs und in „düsteren Hinterzimmern“ praktiziert werden würde. Dabei vergessen sie, dass es mittlerweile auch durchaus viele Paare gibt, die schon lange zusammen sind und die Leidenschaft für BDSM zusammen für sich entdeckt haben.
Auf der anderen Seite entschließen sich auch viele Singles, die nicht mehr auf BDSM verzichten möchten, dazu, direkt beim Online Dating ihre entsprechenden Vorlieben anzugeben, um einen Partner zu finden, der genau zu ihnen passt.
Fest steht, dass sich der Umgang mit BDSM im Laufe der Zeit deutlich verändert hat. Auf das Spiel mit der Macht zu stehen, bedeutet heutzutage (zumindest für die meisten) nicht mehr, „irgendeinem kurzlebigen Fetisch“ zu folgen. Vielmehr ist der BDSM mitten in der Gesellschaft angekommen. Die Menschen, die die Lust am Schmerz empfinden, sind weder „krank“, noch arbeiten sie ein Trauma auf. Hierbei handelt es sich ganz einfach um eine Spielart der Lust, für deren Genuss es nicht nur ein wenig Fantasie, sondern auch den passenden Partner braucht.

Safer Sex: In vielerlei Hinsicht

Safer Sex spielt mit Hinblick auf den Bereich BDSM gleich in mehrfacher Hinsicht eine wichtige Rolle. Hier geht es nicht nur darum, sich mit Kondomen vor Geschlechtskrankheiten zu schützen. Auch die allgemeine Sicherheit sollte in diesem Zusammenhang auf keinen Fall unterschätzt werden. Diese lässt sich mit den folgenden Tipps noch weiter unterstreichen:

  1. Wer Lust auf Sextoys hat, sollte sich ausschließlich für Produkte entscheiden, die auch entsprechend „freigegeben“ wurden. Ansonsten kann es zu ernsthaften Verletzungen kommen.
  2. Treffen mit vollkommen Fremden sind immer mit Vorsicht zu genießen. Wer direkt „zu Potte“ kommen möchte, sollte sich lieber in einem Club, in dem mehrere Menschen vor Ort sind, treffen als zuhause bei einer wildfremden Person.
  3. Besondere Vorsicht ist auch dann geboten, wenn es darum geht, dem anderen (oder sich selbst) die Luft abzuschnüren. Es gab in der Vergangenheit etliche Unfälle, die tödlich endeten.
  4. Auf die Notwendigkeit, ein Codewort zu vereinbaren, wurde bereits zu Beginn hingewiesen.

Aller Leidenschaft zum Trotz ist es extrem wichtig, BDSM Treffen und Erlebnisse im Vorfeld (und mit klarem Kopf) akribisch zu planen.

Wo findet man den passenden Partner für BDSM Spiele?

Wer Single ist und von sich weiß, dass er in seiner Beziehung auf keinen Fall auf BDSM verzichten möchte, sollte im Vorfeld ehrlich sein. Genau das kann vielen Diskussionen und Ärger im Nachhinein vorbeugen.
In der heutigen Zeit finden viele BDSM Fans über das Internet zueinander. Auf den entsprechenden Plattformen fällt es zahlreichen Personen leichter, über ihre Vorlieben zu sprechen bzw. zu schreiben.
Besonders unkompliziert gelingt das Ganze natürlich, wenn auf einschlägigen Seiten nicht nur nach Pornos, sondern auch nach dem passenden Gegenstück gesucht wird. Vor allem in größeren Städten gibt es jedoch auch viele Partys, die den Spaß am Schmerz und der Machtdemonstration in den Fokus rücken.
Wer sich hier kennenlernt, kann sich in der Regel sicher sein, zumindest eine Leidenschaft zu teilen. Wie intensiv diese dann ausgelebt wird, ist natürlich dann wieder die nächste Frage.

Jenny
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Verfasst von Jenny

Redaktionsmitglied Jenny:
Jenny ist Mutter, Hundezüchterin und begeisterte Camperin. Früher hat sie vor allem gezeltet, doch heute, mit Ihren Kindern, ist sie meist im Wohnmobil unterwegs und hat für die Kinder ein Zelt dabei.

Mit vielen Jahren Erfahrung lektoriert und korrigiert Jenny zugelieferte Texte und berichtet zudem über ihre persönlichen Vorlieben ebenso gerne, wie über Neuerscheinungen und besonders beliebte Produkte im Bereich Camping und Outdoor.

Hinweis: in dieser Box siehst du, wer den Text korrigiert, lektoriert und für die Veröffentlichung aufbereitet hat. Es muss sich nicht zwingend um den Autor handeln.

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